Startseite
    Kompetenzraster
    Wortschatz
    Lateinische Grammatik
    Methodik
    Römische Geschichte und Kultur
    Griechische Geschichte und Philosophie
  Archiv
  Übungsmaterial L 29-32
  Infos 1 - Tote Sprache?
  Kontakt
  Abonnieren

   planet-wissen: Römerstädte

http://myblog.de/latein6

Gratis bloggen bei
myblog.de





Alexander der Große –Welteroberer, Held, Tyrann

Hier findet ihr das Manuskript zum Audio-Feature, das wir im Unterricht gehört haben.

 

Alexander der Große –Welteroberer, Held, Tyrann

 

1. Zitator: Alexander stürzte sich sogleich mit dreizehn Schwadronen in den Fluss. So setzte er gegen die feindlichen Geschosse ... mitten durch den Strom, der Pferd und Mann umspielte und mit sich fortriss. Es schien mehr Raserei und Verzweiflung als besonnene Überlegung, mit der er den Angriff wagte. Aber er wollte nun einmal den Übergang erzwingen. Kaum hatte er mit viel Mühe und Schwierigkeit das Ufer gewonnen, ... da mußte er schon in einem wilden Durcheinander kämpfen und mit dem andringenden Haufen Mann für Mann fechten, ehe seine übersetzenden Truppen sich ordnen konnten. Viele drangen auf Alexander ein, man konnte ihn ja leicht erkennen an seinem Schild und seinem Helmbusch, an dessen beiden Seiten Federn von wunderbarer Größe und Weiße aufragten. ... Jetzt sprengten auch die beiden Feldherren Rhoisakes und Spithridates gegen ihn heran. Dem einen wusste er geschickt auszubiegen, dem Rhoisakes aber kam er zuvor... Als die Lanze zerbrach, griff er zum Schwert ... Von den Persern sollen in dieser Schlacht zwanzigtausend Mann und zweitausendfünfhundert Reiter geblieben sein.

 

Sprecherin: Alexander der Große in der Schlacht, wagemutig stets an der Spitze seiner Truppen, unverwundbar mitten im ärgsten Kampfgetümmel – dieses Bild entzündete seit der Antike die Phantasien. Als Gaius Julius Caesar 39jährig die Geschichte Alexanders des Großen las, war er am Boden zerstört:

 

2. Zitator: Habe ich denn nicht Grund zum Weinen, wenn Alexander in meinem Alter schon über so viele Völker herrschte, während ich noch keine Heldentat vollbracht habe?

 

Sprecherin: Tatsächlich sah Cäsar im Vergleich mit dem Makedonierkönig alt aus. Bereits mit 32 Jahren hatte er ein riesiges Reich erobert. Schon zu Alexanders Lebzeiten berichteten die Historiker über sein Leben und seine Taten. Fast alle diese Zeugnisse gingen verloren. Sie standen jedoch antiken Autoren noch zur Verfügung. So auch Plutarch, dem griechischen Historiker und Philosophen, der Alexander über vierhundert Jahre nach dessen Tod imJahre 323 vor Christus eine umfängliche Lebensbeschreibung widmete.

 

Sprecher: Es gibt viele Deutungen dieser schillernden Figur: Blickt man auf die kriegerische Seite von Alexanders Leben, so reiht sich Schlacht an Schlacht, blutige Gemetzel mit ausgefeilter Kriegstechnik folgen auf abenteuerliche Eroberungszüge.

 

Sprecherin: Ein Blick auf den Gründer von etwa siebzig Städten hingegen öffnet eine ganze andere, eine kulturgeschichtliche Perspektive: In der Folge von Alexanders Kriegszügen begann der Hellenismus, diese überaus fruchtbare Kulturverbindung aus griechisch-europäischen und orientalischen Elementen, die über drei Jahrhunderte die von Alexander eroberte Welt bestimmte.

 

 

Sprecher: Esoteriker wiederum sind fasziniert von Alexander als Anhänger von Mysterienkulten, der keine Orakelstätte am Wege unbesucht ließ.

 

Sprecherin: Vor allem aber ist es der Blick auf die Landkarte, der die Gestalt des Alexander so unbegreiflich werden lässt, es sind die Entfernungen, die er in wenigen Jahren zurücklegte: von Makedonien über die heutige Türkei und Palästina nach Ägypten, quer durch die Wüste bis zur Oase Siwa; dann wieder zurück durch Palästina, Syrien nach Persien und ans Kaspische Meer; weiter durch Afghanistan, über den Hindukusch und durch das heutige Pakistan bis nach Indien und wieder zurück bis Susa und Babylon.

 

1. Zitator: Beim Anblick des Mondes soll Alexander geweint haben, weil er ihn nicht auch erobern könne.

 

Sprecher: Alexander der Große – ein strahlender Tyrann, der zu allen Zeiten zu den unterschiedlichsten Deutungen und Spekulationen Anlass gab.

 

2. Zitator: Die bekannteste dieser Anekdoten allerdings passt ins Bild vom Berserker.Sie handelt von dem „Gordischen Knoten“: Alexander soll auf der zentralanatolischenBurg von Gordion den Knoten, der Joch und Deichsel eines alten Streitwagens verband und sich nicht öffnen ließ, kurzerhand mit dem Schwert zerschlagen haben, denn eine Prophezeiung versprach demjenigen die Herrschaft über Asien, der diesen Knoten „löse“.

Sprecher: Wie sah dieser Abenteurer und Kriegsheld aus? Die Quellen darüber sind fragmentarisch und widersprüchlich.

 

Sprecherin: Er war wohl untersetzt, kaum mittelgroß und von heller Hautfarbe. Den Kopf hielt er, vielleicht infolge eines Geburtsfehlers, etwas nach links zurückgeneigt. Sein Blick soll lebhaft und glänzend gewesen sein. Portraits zeigen ausgeprägte Stirnwülste über denAugen. Das dunkelblonde Haar fiel lang in den Nacken, mit einer Strähne oder Locke, die sich über der Stirn teilte und aufsträubte. Er trug einen Backenbart. Im Ganzen soll sein Aussehen ‚männlich und löwenhaft‘ gewesen sein.

 

Sprecher: Alexander war der Sohn des Königs Philipp II. von Makedonien und seiner vierten FrauOlympias, einer Tochter des Molosserkönigs Neoptolemos, dessen Familie keinen geringeren als den Troja-Helden Achill als Stammvater verehrte. Olympias soll, so dieFama, eine Anhängerin des orgiastischen Dionysos-Kultes gewesen sein.

 

Sprecherin: Alexander wuchs bis zu seinem 13. Lebensjahr in Pella zunächst in der Obhut der Mutter auf. Der erfolgreiche Vater, intelligent und jähzornig, ein kluger Militärstratege undAdministrator, war meist auf dem Kriegszug; er blieb dem Sohn lebenslang ein übermächtiges Vorbild.

 

2. Zitator: Alles wird mein Vater noch erobern, ehe ich so weit bin. Mir wird er nichts übrig lassen, mit euch zusammen der Welt noch eine Heldentat zu zeigen,

 

Sprecher: sagte der junge Alexander mit finsterer Miene zu seinen Freunden. Zu Philipps Freude konnte Alexander hervorragend mit Pferden umgehen: Er zähmte das Pferd Bukephalos, das ihn später auf seinen Eroberungszügen bis zum Indus trug. Philipp bemühte sich, als sein Sohn heranwuchs, um die besten Lehrer für Alexander.

 

1. Zitator: Philipp kannte den Charakter seines Sohnes und wusste wohl, dass er nur schwer zu lenken war und sich gegen Zwang wehrte, dass man ihn aber mit Vernunftgründen leicht zur Pflichterfüllung bringen konnte. Daher versuchte er es bei ihm lieber mit Überzeugung als mit Befehlen. ... So berief er denn den berühmtesten und gelehrtesten Philosophen, Aristoteles, und zahlte ihm für seine Tätigkeit ein fürstliches Honorar. ... Offenbar aber hat Alexander nicht nur Ethik und Politik bei Aristoteles gehört. Er durfte auch in die geheimen esoterischen Lehren eindringen ... die die Philosophen nur wenigen Schülern offenbarten.

 

Sprecherin: Alexander war fasziniert von der griechischen Sagenwelt, die er durch Aristoteles kennen lernte. Homers Ilias wurde sein Lieblingsbuch und eine Buchrolle mit der Geschichte desTrojanischen Krieges lag neben seinem Dolch in einem Kästchen stets unter seinem Kopfkissen. Achill, den er als historische Figur ansah, war sein großes Vorbild. Aristoteles vermittelte dem heftigen und impulsiven Prinzen aber auch Selbstbeherrschung sowie Kontrolle der Leidenschaften durch die Vernunft, er weckte seine Neigung für die schönen Künste und unterrichtete seinen Schüler in Medizin, Naturwissenschaften, Geographie.

 

Sprecher: Als Königssohn wurden von Alexander Tapferkeit, kriegerisches Draufgängertum und athletische Hochleistungen gefordert, aber auch Trinkfestigkeit in den ritualisierten Saufgelagen der makedonischen Männerbünde. Alexander liebte die Frauen; doch in der makedonischen Oberschicht gab es vor allem in Kriegergemeinschaften eine Gewohnheit homosexuellen Verkehrs. Sein Jugendfreund Hephaistion war ihm auch in diesem Sinne Freund und Kampfgefährte.

 

Sprecherin: Alexander vereinigte in sich, wie Plutarch schreibt, sehr gegensätzliche Züge. Am hervorstechendsten waren jedoch sein Elan und eine beispiellose Willenskraft, die sich in unermüdlich tätiger Energie äußerte. Mit ihr hingen auch Schnelligkeit und Zähigkeit seines Handelns zusammen, die bereits den sehr jungen Mann kennzeichneten.

 

1.Zitator: Als Philipp gegen Byzanz zog, blieb Alexander trotz seiner 16 Jahre als Regent ... in Makedonien zurück. Bei dieser Gelegenheit unterwarf er die Maider, ... nahm ihre Stadt, ...und nannte die Stadt nun Alexandropolis. Auch in der Schlacht bei Chaironeia focht er mit und soll als erster in die Heilige Schar der Thebaner eingebrochen sein.

 

Sprecherin: Alexanders tollkühner Reiterangriff entschied die Schlacht - der Mythos des unbesiegbaren Alexander war geboren. Und Philipp hatte sein Ziel erreicht, die Griechen unter seiner Führung zu einen.

 

Sprecher: Doch zunächst kam es zu heftigen Konflikten im Königshaus: Philipp heiratete die blutjunge Makedonierin Kleopatra; Alexander und seine Mutter Olympias verließen im Streit den Hof.

 

Sprecherin: Trotz einer Versöhnung von Vater und Sohn muss man wohl davon ausgehen, dass die Ermordung Phillips ein Jahr später zwar nicht im Auftrag, aber mit dem Einverständnis von Königin Olympias und der Mitwisserschaft Alexanders geschah. Nach Philipps Tod zeigten sich Alexanders rücksichtslose Brutalität und sein unbeugsamer Wille zur Macht: Er ließ alle Konkurrenten um Philipps Thron ermorden, darunter seinen eigenen Stiefbruder und etliche Adelige; Olympias sorgte für die Liquidierung der verhassten Konkurrentin Kleopatra.

 

Sprecher: Als der knapp Zwanzigjährige 336 vor Christus die Nachfolge seines Vaters antrat, sicherte er sich zuerst die Vorherrschaft in Griechenland. Allen Widerstand erstickte er im Keime. Als sich Theben erhob, statuierte er ein Exempel:

 

1.Zitator: Die Stadt wurde erobert, ausgeplündert und dem Erdboden gleich gemacht, hauptsächlich wohl, weil Alexander erwartete, die Griechen würden sich, durch das rücksichtslose Vorgehen in Schrecken gejagt, ducken und in Zukunft Ruhe halten. Nachdem er alle, die gegen den Aufstand gestimmt hatten, hatte aussondern lassen, verkaufte er den Rest in die Sklaverei.

 

Sprecherin: Geschickt ließ Alexander jedoch in der Folge gegen die Athener Milde walten. In Griechenland herrschte daher Ruhe. Philipp hatte bereits 337 einen großen Krieg beschließen lassen, dessen Ausführung nun sein Sohn betrieb: einen Feldzug gegen Persien. Offiziell ging es dabei um die Befreiung der griechischen Städte in Kleinasien.

 

Sprecher: 334 vor Christus brach Alexander mit 37 500 Makedonen, 7000 Griechen und einigen tausend Söldnern nach Asien auf; zum Heer gehörten 5000 Reiter mit Helm, Halsschutz, Panzer und Beinschienen, ausgerüstet mit Stoßspeer und Schwert, auch die Pferde trugen einen Panzer an Kopf und Brust. Außerdem zählten dazu die bewährten kretischen Bogenschützen und Fußvolk. Deren wichtigste Waffe war die Sarissa, eine sechs Meter lange Lanze mit einer dreißig Zentimeter langen Spitze, welche die ersten fünf Reihen der Phalanx des makedonischen Fußvolkes nach vorne ausgestreckt hielten; der Lanzenschuh am stumpfen Ende konnte in den Boden gerammt werden und hielt damit sogar gegen Kriegselefanten stand.

 

Sprecherin: Alexander nahm aber auch einen Hofstaat mit: Philosophen, Künstler, Schauspieler, Musiker, Ärzte und Priester; daneben Beamte, Ingenieure, Techniker, ebenso seine persönlichen Berater, Freunde und Gefährten. Sein Heerzug glich einer kleinen Völkerwanderung.

 

Sprecher: Seinen Besuch in Troja beschreibt Plutarch:

 

1.Zitator: Bei Ilion stieg er ans Land und brachte der Athena ein blutiges Opfer, den Heroen Trankopfer dar. Die Grabsäule des Achilles bekränzte er, nachdem er sich gesalbt und mit seinen Freunden nackt einen Wettlauf gemacht hatte. Glücklich pries er den Achill, dass er im Leben einen treuen Freund, nach dem Tode einen großen Herold gefunden habe.

 

Sprecherin: Am kleinasiatischen Fluss Granikos siegte er gegen die Perser. Um die persische Mittelmeerflotte ihrer Stützpunkte zu berauben, eroberte er dann die griechischen Küstenstädte, die unter persischer Herrschaft standen. Die Verwaltungsstruktur behielt er bei. Sich selbst inszenierte er als Nachfolger des Dareios, des persischen Großkönigs.

 

Sprecher: Einstweilen zog ihm Dareios mit einem riesigen Heer entgegen. Bei Issos in Nordsyrien trafen die beiden Heere aufeinander. Eine Reiterattacke auf Dareios, der in der Mitte des Heeres stand, entschied die Schlacht: Dareios ergriff die Flucht. Königsmantel, Königswagen und königliche Familie fielen Alexander in die Hände:

 

1.Zitator: Es war ein unvorstellbarer Reichtum, obwohl die Perser doch mit leichtem Gepäck in den Kampf gegangen waren. ... Das Zelt des Dareios hatten die Makedonen für ihren Alexander bestimmt. Es war überreich an glänzender Dienerschaft, köstlichem Gerät und prunkenden Schätzen.

 

Sprecher:  Alexander lehnte ein Angebot des Dareios auf Lösegeld ab, behandelte aber die Mutter, die Ehefrau und Tochter des Dareios wie Königinnen; die antiken Autoren berichten, dass er auch sonst gelegentlich gegen Vergewaltigungen, die in seinem Heer vorkamen, einschritt.

 

Sprecherin: Zunächst verfolgte Alexander den Dareios nicht, sondern sicherte sich erst die Küstenländer des Ostmittelmeers, Phönikien und Ägypten. Viele Monate verwendete er auf die Belagerung von Tyros. In Memphis krönten ihn die Ägypter sogar zum Pharao. Am westlichen Arm des Nils gründete er Alexandria, das sich bald zu einer der wichtigsten Hafen- und Handelsstädte des Mittelmeeres entwickelte. Alexander umgab sich nun zunehmend mit dem Mythos der Göttlichkeit. Doch Plutarch sieht dies nur als Taktik an. So soll Alexander, von einem Pfeil getroffen, gesagt haben:

 

2. Zitator: Was da fließt, ist Blut und nicht nur klarer Saft, wie er den Wunden der seligen Götter entfließt.

 

Sprecher: Jedenfalls zeigen diese Aussprüche Alexanders, dass der Glaube an seine Göttlichkeit auf ihn selbst keinen tiefen Eindruck gemacht und ihn nicht verblendet hat. Freilich, als Mittel, die Menschen zu unterwerfen, lehnte er ihn offenbar nicht ab.

 

Sprecherin: Die nächste große Konfrontation mit dem Perserkönig fand bei Gaugamela in der Ebene des Tigris statt. Wieder gelang es Alexander, Dareios durch eine Attacke in die Flucht zu schlagen. Babylon wurde ihm kampflos übergeben. Er nahm in Susa seinen Regierungssitz; dort fiel ihm auch der gesamte Staatsschatz der Perser in die Hände.

 

Sprecher: Nach und nach nahm er, oft gegen großen Widerstand, die übrigen Provinzen desPerserreiches ein. Persepolis, das kulturelle Zentrum des Reiches, wurde ihm kampflosübergeben – er gab es zur Plünderung frei und zündete selbst, wohl betrunken und im Übermut, den Königspalast an.

 

Sprecherin: Nach einer wilden Verfolgungsjagd fand er schließlich den Perserkönig tot vor. Dareios war von seinen eigenen Leuten ermordet worden.

 

Sprecher: Obwohl die ursprünglichen Ziele des Feldzuges erfüllt waren, gab Alexander keine Ruhe, zog weiter in den Osten, letztlich bis nach Indien. Er veränderte sich: Immer mehr nahm er orientalische Vorstellungen an, ließ sich als Gott verehren und installierte das persische Hofzeremoniell.

 

Sprecherin: Als sich seine Kampfgefährten weigerten, ihm mit einem Kniefall zu huldigen und eine Verschwörung aufgedeckt wurde, ließ er viele Beteiligte und Unbeteiligte grausam hinrichten. Er war unbeherrscht und jähzornig; im Zorn und betrunken erstach er seinen Freund Kleitos, eine Tat, die er danach tief bereute.

 

Sprecher: In einer letzten großen Schlacht besiegte er Poros, den Herrscher der Region Punjab. Er war besessen von dem Gedanken, den Ozean, die Grenze der damaligen Welt, zur Grenze seines Weltreiches zu machen. Doch als seine Soldaten meuterten, trat er endlich den Rückzug an: Mit einer Flotte von rund tausend Schiffen fuhr das Heer über den Indus flussabwärts. Bei einem Gefecht wurde Alexander von einem Pfeil getroffen und rang tagelang mit dem Tod. Der Rückweg nach Westen wurde ein Albtraum. Kaum die Hälfte seiner Männer erreichte Susa.

 

Sprecherin: Dort ließ er die Siege verschwenderisch feiern. Durch eine Massenhochzeit seiner Gefolgsleute mit Perserinnen wollte Alexander eine internationale Elite für die Verwaltung seines Reiches schaffen.

 

Erzähler: Geschwächt von vielen Verwundungen und langjährigen Alkoholexzessen, mitten in den Vorbereitungen zu einem neuen Feldzug starb Alexander mit 33 Jahren in Babylon. Vermutlich an der Malaria, wie uns Plutarch überliefert:

 

1.Zitator: Als Alexander nachher, wie gewöhnlich, gebadet hatte und zur Ruhe gehen wollte, konnte er Medios die Bitte, zu einem fröhlichen Trunk zu ihm zu kommen, nicht abschlagen. Hier trank er den ganzen nächsten Tag, da begann er schon zu fiebern, aber nicht weil er den Becher des Herakles geleert oder plötzlich im Rücken einen Schmerz gespürt hätte wie von einem Lanzenstich. Das sind Phantasien, die manche schreiben zu müssen glaubten, als wenn sie damit einen erschütternden tragischen Schluss für ein gewaltiges Drama gefunden hätten. Aristobulos berichtet vielmehr, Alexander habe in der Fieberhitze, von furchtbarem Durst gequält, Wein getrunken, deshalb habe er angefangen zu phantasieren und sei am dreißigsten Daisios gestorben.

 

Sprecherin: Nach seinem Tod zerfiel Alexanders Reich in blutigen Diadochenkämpfen. Seine Frau, die Orientalin Rhoxane und sein kleiner Sohn wurden ebenso Opfer dieser Kämpfe wie seine Mutter Olympias.

 

Sprecher: Obwohl er die meiste Zeit seines Lebens auf dem Schlachtfeld verbracht hatte, war Alexander nicht nur ein Kriegsheld. Er war vielmehr die zentrale Figur einer Zeitenwende und brachte bei seinen Eroberungszügen die griechische Zivilisation bis ans Ende der damaligen Welt. Sein Reich überlebt seinen Schöpfer nicht, doch als edler Eroberer, der Orient und Okzident zusammenführte, wird Alexander bis heute verklärt.


 

Autorin: Marita Krauss Redaktion: Hildegard Hartmann© Bayerischer Rundfunk

20.5.17 18:34
 



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung